Immobilien
Immobilien – das Ende des pincken Baubooms?
Seinen ursprünglichen lateinischen Namensursprung der „Nicht beweglichen Sache“ gewissermaßen konterkarierend, ist auf dem internationalen Immobilienmarkt in den letzten Jahren ganz im Gegenteil sehr viel Bewegung, um nicht zu sagen starke Unruhe zu verzeichnen. Bedingt durch den auf großer Breite erfolgten Zusammenbruch des stark überhitzten US-Immobilienmarktes für Eigenheime 2009 und der diesjährig ähnlich fatal erwarteten Entwicklung für dortige Gewerbeimmobilien, war und ist es auch Europa (hier vor allem in Spanien) zu einem für die Volkswirtschaften z.T. folgenreichen Ende des jahrelang fieberhaft betriebenen Baubooms gekommen. Offensichtlich wurden für Bauvorhaben und auch individuelle Eigenheimkäufe viel zu lange Zeit nahezu bedenkenlos viel zu günstige Kredite bewilligt, ohne dass diese mit entsprechenden Sicherheiten abgedeckt waren, dies vor allem unter der sich jetzt als leichtsinnig bis fahrlässig herausstellenden Annahme, dass der Bauboom und die große Nachfrage nach und die steigenden Preise für Immobilien sich quasi unendlich fortsetzen würden.
Fortsetzung der Krise mit Gewerbeimmobilien?
Durch die enge Verflechtung des internationalen Bankensystems ist die anhaltende bzw. sich jetzt auch verstärkt auf die Gewerbeimmobiliensparte ausweitende Immobilienkrise auch keineswegs nur auf die USA beschränkt, sondern hat deutlich wahrnehmbare Konsequenzen auch für deutsche und andere europäische Kreditinstitute, deren teils ausgeprägtes Engagement in internationalen Immobilienfonds sich jetzt als weitaus weniger sicher und lohnend darstellt als ursprünglich angenommen, und im Einzelfall sogar ihr weiteres Bestehen in Frage stellt. Der sich nun abzeichnende Einbruch bei der Preisentwicklung von Gewerbeimmobilien – deren durchschnittlicher Wert seit 2008 in den USA bereits um 40% gefallen ist – könnte im Verbund mit auch in anderen Ländern steigenden Leerstandsraten von Büro- und vergleichbaren Gebäuden sogar noch größeren volkswirtschaftlichen Schaden anrichten als die „erste“ Immobilienkrise, denn die in dieser Sparte investierten Summen – alleine von deutschen Banken mindestens über 30 Milliarden Euro – übersteigen die an der ersten „Blase“ beteiligten wohl um ein Vielfaches. Erschwerend hinzu kommt, dass auch viele private wie institutionelle Anleger größere Summen in offenen Immobilienfonds geparkt haben, die jetzt angesichts ausbleibender Erträge zum Teil stark gefährdet sein können, weshalb der Gesetzgeber in Deutschland momentan über eine stärkere staatliche Reglementierung solcher Fonds beratschlagt, welche wiederum von den Banken und Kreditinstituten aufgrund ihrer Meinung nach zu weit gehender Beeinschränkung sehr kontrovers diskutiert werden.