Innenarchitektur

Innenarchitektur – kreativer Spagat zwischen Schönheit und Machbarkeit

Im frei assoziativen Ansatz eventuell vergleichbar mit der melodiösen Gestaltung eines einem Musikstücks zu Grunde liegenden Rhythmus oder der speziellen farblichen Komposition eines Gemäldes ist es auch die vornehmliche Aufgabe der Innenarchitektur, einer bereits definierten Hülle ein im besten Fall passendes und harmonisches Innenleben zu verleihen, welches den Gebrauchswert dementsprechend ästhetisch anspruchsvoll und sinnvoll steigert. Entsprechend der vielfältigen und unterschiedlichen Nutzungsarten von Gebäuden (privat und gewerblich) sind auch die Anforderungen an die Innenarchitektur grundsätzlich sehr heterogen. Das Foyer einer großen Bank oder eines Hotels stellt dementsprechend ganz andere Anforderungen an einen Innenarchitekten als die Gestaltung der Räume eines Einfamilienhauses, welche wiederum unterschiedlich von den Räumen z.B. eines großen Restaurants konzipiert werden müssen. Aber nicht nur Immobilien werden innenarchitektonisch konzipiert und gestaltet, auch öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und Bahnen, Flugzeuge und Schiffe werden in Hinsicht auf ihre zukünftige Nutzung entsprechend geplant.

Wichtigster Richtwert jeglicher Innenarchitektur ist die menschliche Nutzung

Oberste Prämisse der Innenarchitektur ist aber neben den Erfordernissen gemäß des angestrebten privaten oder gewerblichen Charakters der Immobilie, die intensive, weitschauende und möglichst detaillierte Berücksichtigung der zukünftigen Nutzung durch die Menschen, weshalb Funktionalität und Kreativität sich nie gegenseitig ausschließen, sondern vielmehr bestmöglich symbiotisch ergänzen sollten. Die wichtige Rolle der räumlichen Vorstellungskraft samt der notwendigen Fähigkeit, Entwürfe und Pläne auf dem jeweils neuesten Stand der Technik ansprechend präsentieren zu können, ist somit eine Grundvoraussetzung der beruflichen Anforderungen angehender Innenarchitekten, und wird deshalb auch in den einschlägigen Studiengängen an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien in Deutschland schwerpunktmäßig gelehrt. Aufgrund der vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben genießt die Berufsbezeichnung „Innenarchitekt/in“ in Deutschland auch gesetzlichen Schutz und bedarf nicht nur des erfolgreich absolvierten Studiums, sondern auch der mehrjährigen Berufspraxis und der Mitgliedschaft in einer Architektenkammer. Im günstigsten Fall berücksichtigt ein gelungener innenarchitektonischer Ansatz eine möglichst ganzheitliche Herangehensweise, bei der vom rein handwerklichen Innenausbau über den Einsatz von Licht und Beleuchtung, Klima und Belüftung auch sämtliche Materialien wie z.B. Farben und Tapeten, als auch Klang und Raumakustik sowie sogar zukünftig existierende Möbel und andere Gebrauchsgegenstände mit in ein stimmiges Gesamtkonzept in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Kunden einfließen.