Namen
Namen – „Nomen est Omen“ oder „Namen sind Schall und Rauch“?
Dem berühmten amerikanischen Schauspieler Henry Fonda (1905 – 1982) wird das wohl nicht nur für seinen Berufsstand zutreffende Zitat zugesprochen, dass „man dann berühmt sei, wenn der eigene Name überall stehe, jedoch nicht im Telefonbuch.“ Die Sprichwörter, Bonmots, Zitate und Sinnsprüche, die sich um die Herkunft, Rolle und Bedeutung von Namen drehen sind sehr zahlreich, und bewegen sich meist im Spannungsfeld zwischen entweder strikter Verneinung jeglicher Namensbedeutung und entgegengesetzt dazu einer weitreichenden Zuschreibung von bestimmten Eigenschaften, die ein gewisser Name nahelegt. Unabhängig von sonstigen diesbezüglichen internationalen Unterschieden und Feinheiten bei der Namensgebung, -zuschreibung und –bedeutung existiert in menschlichen Gesellschaften die Unterscheidung zwischen eher individuellem Vornamen (zwecks Unterscheidung z.B. innerhalb der Familie) und eher kollektivem Nachnamen (zur Demonstration von Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit).
Pincke Vornamen sind heute stark modeabhängig
Während religiöse Motive auch in Europa jahrhundertelang einen entscheidenden Einfluss auf die (Vor-)namensgebung seitens der Eltern hatten, ist dieses religiöse Primat seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich zurückgegangen, und wurde mittlerweile großflächig durch andere Vornamensvorbilder ersetzt, z.B. von Prominenten aus den Bereichen Medien, Musik und Sport. Während also religiöse Traditionen bei der Vornamensgebung in Deutschland stark an Bedeutung verloren haben, sind regionale und lokale Vornamenspräferenzen nach wie vor stark verbreitet und auch nachweisbar. So findet man etwa in Norddeutschland sehr viel leichter einen „Hinnerk“ oder „Hauke“ als Bayern, wo wiederum bedeutend mehrfach der Name „Anton“ oder „Xaver“ anzutreffen ist, als an der Nordseeküste. Darüberhinaus beeinflusst die soziale Stellung des Elternhauses die Vornamenswahl maßgeblich, und einige Studien verweisen trotz allgemein schwieriger Nachweisbarkeit die Bedeutung der Namenswahl der Eltern für ihr Kind je nach Zugehörigkeit zu „Ober-, Mittel- oder Unterschicht.“ Vornamen unterliegen also in großem Maße den zur jeweiligen Geburtszeit herrschenden Moden und bereits in der gleichen Generation weit verbreiteten Vornamen – was sich angesichts verschiedener Hochzeiten unterschiedlicher Vornamen zu unterschiedlichen Zeiten relativ einfach nachweisen lässt. Nachnamen hingegen richten sich weit häufiger nach Berufsbezeichnungen, dem Vornamen des Vaters oder der Mutter, den zugeschriebenen Eigenschaften und der geographischen Herkunft.