Schrottpreise

Schrottpreise – von altem, pincken Eisen und neuen Perspektiven

Wird umgangssprachlich eine Angelegenheit, ein Produkt oder eine dargebrachte Leistung als „Schrott“ tituliert, so ist dieses Urteil an Negativität eigentlich nicht mehr zu überbieten, und lässt auch keinen Spielraum für Differenzierungen und Abstufungen. Ganz anders verhält es sich mit der ursprünglichen Wortbedeutung von Schrott, die unter diesem Sammelbegriff eine Vielzahl möglicher Materialien umfasst, welche im starken Gegensatz zur eingangs erwähnten umgangssprachlichen Abqualifizierung vielmehr Ausgangspunkt zahlreicher Güter und Waren sind, und somit einen wertvollen und im Wirtschaftsleben immer wichtigeren Rohstoff darstellen. Grundsätzlich hat Schrott qua Definition immer einen metallischen Bezug, d.h. er entsteht durch die Verschrottung metallhaltiger Güter und Produkte wie z.B. PKWs, Schiffen, Flugzeugen, Schiffen und Maschinen jeglicher Art, und wird gemäß seiner vorherrschenden Ausgangsstoffe z.B. als Blechschrott, Stahlschrott oder Kupferschrott klassifiziert. Durch die grundlegende energetische Eigenschaft der meisten Metalle – also der theoretisch unbegrenzten Wiederverwendung ohne Qualitätsverlust – ist Schrottrecycling eine wichtige und ökonomisch immer mehr an Bedeutung gewinnende Verfahrensweise vor allem in der Stahlherstellung.

Schrottpreise sind von vielen Faktoren abhängig

Auch aus diesem Grund sind die Schrottpreise – im Fall von Stahl also Eisenschrott – stark an die Marktentwicklung, an Angebot und Nachfrage von Stahl gekoppelt, und angesichts des international seit Jahren kontinuierlich steigenden Bedarfs an Stahl erleben die Schrottpreise auch einen entsprechenden Aufschwung, der mit Ausnahme des „Krisenjahrs“ 2009 auch für das Jahr 2010 erwartet wird. Aber nicht nur die weltwirtschaftliche Gesamtlage samt der überproportional großen Nachfrage z.B. der Schwellenländer China und Brasilien hat Einfluss auf die Schrottpreise, auch andere Entwicklungen stellen nicht nur die deutsche Abfall- und Recyclingwirtschaft vor immer neue Aufgaben und Herausforderungen. So ist das vermehrte Aufkommen von Verbundmaterialien bei den Aufbereitern, welche vor der Weiterverarbeitung erst einmal aufwändig separiert werden müssen, ein zusätzlicher Kostenfaktor, ein weiterer besteht in der momentan sich noch im Gange befindlichen Diskussion auf EU-Ebene, inwiefern Schrott zukünftig rechtlich betrachtet nicht mehr Abfall-, sondern Produktstatus erlangen soll. Schrottpreise sind also von vielen wirtschaftlichen und politischen Faktoren abhängig, was sie zu einem Spiegel bzw. Gradmesser der weltwirtschaftlichen Entwicklungen macht.