Schwarzwald
Der sagenumwobene Schwarzwald – Unendliches Tannenmeer voller Geheimnisse, Mythen und Schönheit
Wie andere gebirgige, dicht bewachsene und lange Zeit schwer zugängliche deutsche Wälder auch (z.B. Bayerischer Wald und Spessart), galt der Schwarzwald – worauf die „dunkle“ Typologie seines Namens bereits hindeutet – jahrhundertelang als leicht unheimlich, nicht ganz ungefährlich und zu großen Teilen als ungeeignet für menschliche Besiedlung. Von römischen Historikern zwecks Abgrenzung von den östlich des Limes siedelnden und feindlich gesonnenen germanischen Stämmen auch „Grenzwald“ genannt und bis auf die schwer befestigte Kinzigtalstraße und die Randbereiche nahe der Rheinebene weitläufig gemieden, sollte es fast bis in das Jahr 1000 dauern, bis das einst nahezu menschenleere Gebiet von den Alamanen und anderen suebischen Volksstämmen annähernd komplett erschlossen wurde. Im Früh- und Hochmittelalter schließlich erlangte das weitläufige Mittelgebirge zwischen dem heutigen Pforzheim und dem nahe der Schweiz gelegenen Waldshut-Tiengen unter der Herrschaft der Zähringer eine erste Blütezeit. Diese sollte zwar wegen der regionalen Bauernkriege um 1525/26 und der anschließenden Reformation leicht abgeschwächt werden, dauerte aber letztlich unter der folgenden Dynastie der Staufer und Dank der damaligen Bodenschatzfunde von Eisen, Zink und Silber bis zu den weitreichenden Zerstörungen während des 30-jährigen Krieges 1618 bis 1648 an. Bis der Schwarzwald schließlich seinen Rang als eine der touristischen deutschen Topdestinationen erlangen sollte, floss jedoch mit dem entbehrungsreichen 18. und 19. Jahrhundert, der missglückten Badischen Revolution 1848 und der politischen Teilung des Gebietes in (zum erst im 20.Jahrhundert wiedervereinigten) Baden und Württemberg noch viel klares Gebirgswasser die bekanntesten Schwarzwaldflüsse wie Enz, Elz, Dreisam, Kinzig und Wutach hinunter.
Vom unzugänglichen und unheimlichen Waldgebiet zur touristischen Topdestination
Das heute in die offiziellen Fremdenverkehrsgebiete Nördlicher-, Mittlerer- und Süd- bzw. Hochschwarzwald aufgeteilte Gebiet beherbergt in seinen Grenzen neben der allgegenwärtigen, beeindruckenden und an vielen Stellen besonders geschützten Natur zahlreiche und sehr beliebte Sehenswürdigkeiten, welche wie z.B. die Altstädte der urwüchsigen Städte Freiburg im Breisgau, Freudenstadt und Villingen jedes Jahr von Neuem zahlreiche deutsche und internationale Besucher anziehen. Neben weiteren viel besuchten Städten wie Baden-Baden, Bad Herrenalb, Bad Säckingen, Badenweiler und dem „Schlemmerparadies“ Baiersbronn, sind es natürlich die stark unterschiedlichen Naturräume, welche Touristen jeglicher Herkunft immer wieder verzaubern. Das durch die TV-Serie „Schwarzwaldklinik“ weltberühmt gewordene Glottertal, das Wander- und Wintersportgebiet des Feldberges, die märchenhaften Bergseen Schluch- und Titisee und die naturbelassene Wutachschlucht sind die Ziele, die der Region pro Jahr in 138000 Gästebetten der Hotellerie und Gastronomie, und zusätzlichen 60000 Privatzimmern insgesamt 28 Millionen Übernachtungen bescheren.